Freie Metanephrine im Plasma: Neue Richtwerte

02.02.2018

Sehr geehrte Einsender,
zum 5.2.2018 werden wir die Richtwerte für freies Normetanephrin und freies Metanephrin im Plasma aktuellen Empfehlungen anpassen.
Im Falle von Normetanephrin handelt es sich hierbei um altersadaptierte Referenzbereiche, da in Studien eine signifikante Korrelation ansteigender freier Normetanephrinkonzentrationen mit zunehmendem Lebensalter nachgewiesen wurde.

Alter (Jahre)

Richtwert

Freies Normetanephrin in ng/l

Richtwert

Freies Metanephrin in ng/l

5- 14,99

≤ 99

≤ 88

15-24,99

≤ 100

25-34,99

≤ 105

35-44,99

≤ 115

45-54,99

≤ 133

55-64,99

≤ 162

≥65

≤ 200

 

Freies Normetanephrin in ng/l

Freies Metanephrin in ng/l

Graubereich

>Richtwert und ≤360

>88 ng/l und ≤160

 

 

 

Hinweis: Die Richtwerte beziehen sich auf Li-Heparinplasma. Aus EDTA-Plasma können sich bis zu 20% höhere Werte ergeben.
 
Für Resultate unterhalb des entsprechenden Richtwertes gilt:
Eine katecholaminproduzierende Neoplasie ist unwahrscheinlich.

Für Resultate im Graubereich
(Normetanephrin zwischen altersadaptiertem Richtwert und 360 ng/l,
Metanephrin 88-160 ng/l) gilt:
Bei korrekter Präanalytik und Ausschluss klinischer Bedingungen, die eine Sympathikusaktivierung verursachen können, ist eine katecholaminproduzierende Neoplasie möglich.
Eine bestätigende Wiederholungsmessung aus Li-Heparinplasma unter strikter Einhaltung der präanalytischen Erfordernisse, die Messung von NM und M im 24-Std.-Sammelurin oder ein Clonidintest werden weiterführend empfohlen.

Für Resultate oberhalb des Graubereiches (Normetanephrin >360 ng/l und Metanephrin >160 ng/l) gilt:
Bei korrekter Präanalytik und Ausschluss klinischer Bedingungen, die eine Sympathikusaktivierung verursachen können, ist eine katecholaminproduzierende Neoplasie wahrscheinlich.
Eine bestätigende Wiederholungsmessung aus Li-Heparinplasma unter strikter Einhaltung der präanalytischen Erfordernisse wird empfohlen.

Präanalytische Erfordernisse
1.    Voraussetzungen beim Patienten
•    12 Stunden Fasten
•    Koffein, Nikotin, Alkohol, Stress, Antidepressiva, Phenoxybenzamin, MAO-Hemmer, L-DOPA können ebenfalls erhöhte Konzentrationen verursachen!
2.    Anforderungen an die Blutentnahme
•    Blutentnahme unter stressfreien Bedingungen am liegenden Patienten nach 30-minütiger Ruhephase (insbesondere Normetanehrin reagiert extrem empfindlich!)
•    Bitte gewonnene Probe innerhalb einer Stunde zentrifugieren
•    Plasma abpipettieren, in gekennzeichnetes Röhrchen überführen und einfrieren


3.    Probenmaterial
•    Material der ersten Wahl ist tiefgefrorenes Li-Heparinplasma. Eine Analytik aus tiefgefrorenem EDTA-Plasma ist ebenfalls möglich, allerdings können sich hier bis zu 20% höhere Messwerte ergeben.

 
Quelle: Chromsystems, 2017
              Eisenhofer et al., 2013


Ansprechpartner: Dr. med. Bettina Lang-Rauch, Dr. Rupert Schreiner