Hinweise zum Leistungsverzeichnis
Die angegebenen Referenzbereiche sind ggf. von der verwendeten Untersuchungsmethode abhängig und können daher nur zur Orientierung dienen. Die Angaben zu klinischen Indikationen, Beurteilungen und Bemerkungen beziehen sich auf wichtige Informationen zur jeweiligen Laboruntersuchung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei weitergehenden Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechpartner.
(N), (U), (W) = Die im Leistungsverzeichnis mit W (Weiterleitung) gekennzeichneten Untersuchungen werden von Laboratorien des Laborverbundes für Medizinische Diagnostik, die mit U (Unterauftrag) gekennzeichneten Untersuchungen werden von anderen Laboratorien durchgeführt und gegebenenfalls auch abgerechnet. Mit N werden alle Leistungen gekennzeichnet, die noch nicht akkreditiert sind.

Atypische Cholinesterasen
Dibucain-Zahl, Fluorid-Zahl
| Stand vom | 01.06.2011 |
| Bezeichnung | Atypische Cholinesterasen |
| Synonyme | Dibucain-Zahl, Fluorid-Zahl |
| Zuordnungen | Klinische Chemie, Enzyme/Substrate |
| Parameter | Bestimmt werden kann: Dibucain-Zahl |
| Probenmaterial | 2 ml Serum |
| Abnahmehinweise | Zur Vermeidung einer Hämolyse sollte das Serum/Plasma bei längerem Probentransport abzentrifugiert werden. |
| Probentransport | Postversand möglich |
| Klinische Indikationen | Abklärung einer verlängerten Apnoe im Rahmen einer Narkose bei Verabreichung von Succinylcholin oder Mivacurium zur Muskelrelaxation Familienuntersuchung bei Patienten mit atypischen Cholinesterase-Verianten |
| Methode | PHOT |
| Ansatztage | tägl. Mo.-Sa. |
| Referenzbereiche | s. Befundbericht |
| Beurteilung | Patienten, die atypische Cholinesterase-Varianten besitzen, zeigen eine unterschiedliche Verminderung der Dibucain-Zahl bzw. Fluorid-Zahl und sind dann heterozygot bzw. homozygot für das Vorliegen der atypischen Cholinesterase-Varianten. Es sind mindestesn 6 verschiedene genetische Varianten der Serum-(Pseudo-)Cholinesterase beschrieben (A, F, J, K, S und U). Die Variante U (= usual) ist die am häufigsten vorkommende Form und bedingt eine normale Enzymaktivität. Die atypischen Formen A, F und S zeichnen sich durch eine erhöhte Resistenz gegenüber der Hemmung durch Dibucain (gilt für A) bzw. durch Fluorid (gilt für F) aus. Die Variante S führt zu einer fehlenden katalytischen Aktivität. Das Risiko für eine verlängerte Medikamentenwirkung ist für die Genotypen AA, AS und SS hoch, für die Genotypen FF, AF und FS gemäßigt und für den Genotyp UA nur bis zu einem gewisse Grad erhöht (normalerweise nur während der Schwangerschaft). Atypische CHE-Varianten können Succinylcholin bzw. Mivacurium, dass bei Narkosen häufig zur Muskelrelaxation verwendet wird, nicht oder nur vermindert hydrolysieren. Es kommt dann zu einer verlängerten Wirkung des Succinylcholin mit unerwartet langer Apnoephase. |





