Maßnahmen bei Ausbrüchen mit Noroviren

Allgemeines

  • Inzidenz 11 Erkrankungen/pro 100.000 Einwohner
  • Haupts. Erkrankte Kinder (1-5 Jahre) und Erwachsene (> 70 Jahre)
  • Interpretation d. geographische Unterschiede derzeit noch schwierig
  • wiederholt betroffen sind Krankenhäuser u. Gemeinschaftseinrichtungen in ganz Deutschland
  • gehäuftes Auftreten Ende November bis Mitte Mai (Daten 2001)
  • Patienten, die an Infektionen mit Noroviren leiden, sind hochkontaginös

Übertragung

  • fäkal-oral
  • Tröpfchen (beim Erbrechen)
  • kontaminierte Lebensmittel und Wasser

Die Infektionsketten bei hochkontaginösen Erkrankungen können nur durch ein sehr strenges Hygieneregime durchbrochen werden.

Empfehlung der wichtigsten Maßnahmen:

  • Isolieren/ ggfs. Kohortenisolierung
  • eigenes WC – Wischdesinfektion
  • Händedesinfektion mit einem viruswirksamen HD-Desinfektionsmittel (Wirkungsbereich A, B)
  • Sterillium Virugard: Einwirkzeit 2 Minuten (unbedingt beachten)
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Ablegen der Einmalhandschuhe vor Verlassen d. Zimmer
  • Flächendesinfektion (Scheuerwischdesinfektion) täglich und bedarfsgerichtet, alle Flächen mit
  • denen Patienten und Personal Berührung haben – vorzugsweise mit aldehydischen Mitteln
  • oder auf Peressigsäurebasis, RKI-Liste, Wirkbereich A, B (Auswahl s. unten).
  RKI-Konzentration
(gezielte Desinfektion)
Konzentration DGHM-/VAH-Liste
(routinemäßige Flächendesinfektion)
Incidin perfekt 3% 0,50%
Buraton 10 F 3% 0,75%
Kohrsolin 3% 1,00%

Perform*

3% 0,50%

*(weniger geeignet bei blutigen, eiweißreichen Verunreinigungen)

Wir empfehlen eine routinemäßige Flächendesinfektion mit den RKI gelisteten virusinaktivierenden Präparaten, jedoch mit dem 1-Stunden-Wert der DGHM-/VAH-Liste.
Bei einer massiven oder sichtbaren Kontamination mit Stuhl oder Erbrochenem von den Erkrankten sollte jedoch eine gezielte Desinfektion mit den RKI-gelisteten virusinaktivierenden Mitteln in der RKI-Konzentration durchgeführt werden.
Zudem wird empfohlen, patientennahe Flächen (incl. Türgriffe) bei akut Erkrankten mit Erbrechen/Durchfall in der RKI-Konzentration zu desinfizieren.

  • Kittelpflege bei engem Patientenkontakt - (im akuten Erkrankungsstadium Mund-/Nasenschutz empfehlenswert)
  • Minimieren der Patienten-, Bewohner-, und Personalbewegungen zwischen den Stationen (Verhindern der Ausbreitung – Hinweis auf Infektionsgefahr bei Verlegung)
  • eigenes Pflegepersonal für erkrankte Personen
  • Aufhebung der Isolierung 48h – 72h nach Ende der Beschwerdesymptomatik.
  • Freistellen von erkranktem Personal (auch Küchenpersonal) von der Arbeit bis 2 Tage nach Ende der klinischen Beschwerden (Erbrechen und Durchfall) Längere Ausscheidung möglich, daher nach Wiederaufnahme der Tätigkeit auf eine sorgfältige persönliche Händehygiene achten.