Laborinformationen
Neue Laborparameter bei Monoklonalen Gammopathien - Hevylite®
Seit vielen Jahren ist es möglich, intakte Immunglobuline (Schwer- und Leichtketten, IgA, IgG, IgM, IgD, IgE) und Leichtketten (kappa und lambda) zu messen. Zusätzlich können seit wenigen Jahren auch die freien, also nicht an Schwerketten gebundene Leichtketten (kappa und lambda) quantifiziert werden.
Intakte Immunglobulinmoleküle (Ig) verfügen über einmalige Epitope an den Bindungsstellen zwischen der schweren und leichten Kette in der konstanten Region des Ig-Moleküls. Seit kurzem sind nun hochspezifische polyklonale Antikörper gegen diese Bindungsstellen-Epitope verfügbar (Hevylite®-Assays; HLC = heavy-/light-chain) und ermöglichen erstmals die Identifikation und Quantifizierung des leichtkettenspezifischen Immunglobulins (IgG-Kappa, IgG-Lambda, IgA-Kappa, IgA-Lambda, IgM-Kappa und IgM-Lambda). Die Moleküle werden zur Berechnung des Konzentrationsverhältnisses paarweise, z.B. IgGκ/IgGλ, gemessen und daraus wird eine HLC-Ratio errechnet.1
Mit Hilfe dieser Immunglobulin-Kappa/lambda-Subtypen (HLC-Ratio)
- können in der Serumprotein-Elektrophorese schwierig abzugrenzende M-Gradienten besser erfasst und zusätzlich quantifiziert werden.2
- wird die jeweilige HLC-Ratio (paarweise Bestimmung von Immunglobulin-Kappa und Immunglobulin-Lambda) gebildet, die eine Aussage zur Klonalität liefern kann.
- können Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Immunsuppression gezogen werden.
- kann durch die Betrachtung der Ratio die Verlaufskontrolle unabhängig von Schwankungen des Plasmavolumens/Hämatokrits und der Halbwertszeit der Immunglobuline (v.a. IgG) erfolgen.
- können aufgrund der hohen Sensitivität des nephelometrischen Tests frühzeitig Rezidive erkannt werden.
- sind durch Betrachtung der Ratio prognostische Aussagen beim Multiplem Myelom möglich (gezeigt durch IFM-Studiengruppe): 3
- Bei Patienten mit Multiplem Myelom ist eine pathologische Ratio mit einer Verringerung des progressionsfreien Überlebens verbunden.
- Austausch des Albumins durch die Ratio im ISS (International Staging System) ermöglicht nach diesen Daten eine bessere Abgrenzung der einzelnen Risikogruppen als bei der herkömmlichen ISS-Stadieneinteilung.
- Pair Suppression: Suppression des isotypspezifischen nicht-involvierten Immunglobulins, z. B. Suppression von IgGκ bei einem IgGλ-Myelom/-MGUS
- Bei MGUS ist nach ersten Daten die Pair Suppression prognostisch für die Entwicklung zum Multiplen Myelom.4
- Fallbeispiele zeigen, dass die Pair Suppression auch in der Verlaufskontrolle des Multiplen Myeloms zusätzliche klinische Aussagen liefert.5
- Frühzeitige Erkennung eines Rezidivs, da eine Immunsuppression einem Rezidiv vorangehen kann.6
Referenzen:
- Bradwell AR, et al. Assessment of Monoclonal Gammopathies by Nephelometric Measurement of Individual Immunoglobulin κ/λ Ratios. Clin Chem 2009; 55:1646-1655.
- Keren DF. Heavy/Light-Chain Analysis of Monoclonal Gammopathies. Clin Chem 2009; 55:1606-1608.
- Avet-Loiseau H, et al. Serum immunoglobulin heavy/light chain ratios are independent risk factors for predicting progression free survival in multiple myeloma. Haematologica 2010; 95:Abstract 395.
- Katzmann JA, et al. Prognostic role of Hevylite in MGUS. Hematology Reports 2010; 2: Oral presentation
- Ludwig H, et al. Immunglobulin heavy/light chain ratios effectively monitor disease and provide prognostic information in multiple myeloma patients. Haematologica 2011;96(s1):P-386a
- Koulieris et al. Heavy/light chain analysis as an aid in monitoring multiple myeloma patients. Hematology Reports 2010; 2:Abstract G66





