Laborinformationen

ZAP-70-Expression: Prognostischer Parameter des Krankheitsverlaufs der B-CLL

Der klinische Verlauf einer chronisch lymphatischen B- Zell-Leukämie ist sehr heterogen. Während bei vielen Patienten die Krankheit unauffällig bleibt, ohne dass eine Therapie notwendig wird, ist bei anderen ein aggressiver Krankheitsverlauf mit einer deutlich verkürzten Überlebenszeit zu beobachten.
Da mittlerweile neue effektive Therapien zur Verfügung stehen, die eine komplette Remission ermöglichen können, ist es entscheidend, Patienten mit einer schlechten Prognose frühzeitig, noch vor Einsetzten der Symptome zu erkennen.
Der derzeit beste prognostische Marker für die B-CLL ist der individuelle Mutationsgrad eines Gens, das für den variablen Teil der Immunoglobulinschwerkette (IgVH) kodiert.
B-CLL- Patienten mit mutiertem IgVH-Gen weisen eine günstigere Krankheitsprognose auf als solche mit unmutiertem IgVH-Gen. Die Analyse des Mutationsgrades mittels Sequenzierung ist allerdings sehr aufwendig und als Routineuntersuchung ungeeignet.

Eine Alternative stellt die durchflusszytometrische Bestimmung der ZAP-70- Expression dar, da die Expression dieses Proteins mit dem Mutationsgrad des IgVH-Gens korreliert.

ZAP-70 (zeta-associated protein) ist eine Tyrosinkinase, die essentiell an der T-Zell-Signaltransduktion beteiligt ist und intrazellulär in T-NK-Zellen vorkommt, in B-Zellen dagegen normalerweise nicht exprimiert wird.
Es wird beschrieben, dass Patienten mit mutiertem IgVH-Gen und entsprechend niedriger ZAP-70-Expression (< 30 %) einen deutlich günstigeren Krankheitsverlauf aufweisen, als Patienten mit unmutiertem IgVH-Gen und entsprechend hoher ZAP-70-Expression (> 30 %).

Die Bestimmung der ZAP-70-Expression wird ab sofort im Rahmen der immunphänotypischen Untersuchung bei der B-CLL routinemäßig mitbestimmt.

Material: ca. 5 ml frisches EDTA-Vollblut, idealerweise nicht älter als 24h
Methode: Durchflusszytometrie
Referenzbereich: < 30 % der B-Lymphozyten
Literatur: Orchard J.A. et al. Lancet 2004; 363: 105-111
Rassenti L.Z. et al. N Eng J Med 2004; 351(9): 893-901
Ansprechpartner: Dr. J. Bartel (06221-34 32 137)
Dr. B. Pepperkok (06221-34 32 519)