Infektionsdiagnostik

Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) Wuhan

Seit dem Jahreswechsel werden aus China und zuletzt auch aus weiteren Ländern (Iran, Italien, Südkorea) Infektketten, d.h. eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) gemeldet. Die durch den Virus SARS-CoV-2 verursachte Erkrankung wird als „Covid-19“ (Corona virus disease 2019) bezeichnet. Das Coronavirus (SARS-CoV-2) gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren und ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Mit einem Import von weiteren einzelnen Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden. Auch einzelne Übertragungen in Deutschland sind möglich. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung wird weiterhin als gering eingeschätzt. ‎Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Die erforderlichen Maßnahmen werden kontinuierlich an den Stand der Kenntnisse angepasst. Die aktuellen Informationen finden Sie auf der Homepage das RKI:
RKI

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Empfehlungen zum Umgang mit Patienten, bei denen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) vorliegen könnte.

Falldefinitionen:

Bitte bedenken Sie, dass derzeit die Erkrankung an einer Influenza oder einem viralen respiratorischen Infekt wahrscheinlicher ist als eine Erkrankung an SARS-CoV-2. Daher müssen diese Erkrankungen immer in die Differentialdiagnose eingeschlossen und entsprechende Diagnostik veranlasst werden.

Eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 muss durchgeführt werden bei:

  1. Patienten mit respiratorischen Symptomen (Fieber, Husten, Atemnot, Atembeschwerden bis zum schweren akuten respiratorischen Syndrom) unabhängig von deren Schwere UND Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen Fall mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

  2. Patienten mit erfülltem klinischen Bild UND Aufenthalt in einem Risikogebiet.(aktuelle Daten siehe Homepage des RKI)

Meldepflicht

Dem Gesundheitsamt muss der Verdacht auf eine Erkrankung, sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit dem neuartigen SARS-CoV-2 durch den behandelnden Arzt gemeldet (§6) werden. Die Meldung des Verdachts auf eine Erkrankung hat nur zu erfolgen, falls der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild, als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist (siehe Falldefinition). Das Labor ist unabhängig davon verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis des SARS-CoV-2 namentlichen an das Gesundheitsamt zu melden.

Hinweise zur Diagnostik

Die labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigem Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt mittels PCR-Nachweissystem. Die Proben für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 sollten parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden

tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret

obere Atemwege: (kein Abstrichtupfer mit Gel-Medium)

  • Nasopharynx-Abstrich (E-Swab-Abstrichtupfer), -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich (E-Swab-Abstrichtupfer)

Zusätzlich zur Diagnostik auf Coronavirus SARS-CoV-2 sollte an die Abklärung der wichtigen Differenzialdiagnosen gedacht werden (InfluenzaA/B PCR oder Multiplex-PCR auf respiratorische Erreger).

Eine Abrechnung der SARS-CoV-2 Diagnostik als kassenärztliche Leistung ist nur bei Patienten möglich, die der Falldefinition des RKIs entsprechen.

Umgang mit Probenmaterialien, Verpackung und Versand

Klinische Proben von Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen als solche gekennzeichnet sein und sollten getrennt verpackt und versandt werden. Proben von Verdachtsfällen müssen im Labor angemeldet werden (Tel. Nr. 06221 3432-125 bzw 06221 3432-300).

Probe bis zum Versand möglichst gekühlt lagern. Der Versand kann mit dem Transportportdienst des Labors unter Standardbedingungen erfolgen. Proben die nicht mit dem vom Labor organisierten Probentransportdienst verschickt werden, müssen entsprechend den Vorgaben des RKIs verpackt und versendet werden. 

Präventionsmaßnahmen:

Bei Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch das SARS-CoV-2 – Verdachtsfälle - wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention, der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen:

  • Patienten müssen außerhalb des Isolierzimmers einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz mit korrektem Sitz, tragen.
  • Die Unterbringung der Patienten erfolgt in Einzelzimmern (möglichst mit eigener Nasszelle), ggf. erfolgt Kohortenisolierung.
  • Das Personal verwendet FFPs Masken, Schutzkleidung, Schutzbrille und Handschuhe
  • Konsequente Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Handelt es sich um einen wahrscheinlichen Fall, oder eine mittels Labordiagnostik bestätigte Infektion, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Isolierung in einem Zimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion
  • Verwendung von mindestens FFP2-Masken als Atemschutz
  • Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.

Stand: 27.02.20



 

Aktuelles

Infektionsdiagnostik
Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) Wuhan 27.02.2020

Seit dem Jahreswechsel werden aus China und zuletzt auch aus weiteren Ländern (Iran, Italien, Südkorea) Infektketten, d.h. eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) gemeldet. Die durch den Virus SARS-CoV-2 verursachte Erkrankung wird als „Covid-19“ (Corona virus disease 2019) bezeichnet. Das Coronavirus (SARS-CoV-2) gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren und ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

weiterlesen
Infektionsdiagnostik
Wichtige Information zur Infektionsserologie! 27.01.2020

Hier finden Sie unsere wichtigen Informationen zur Infektionsserologie.

Wichtige Information zur Infektionsserologie
Wichtige Information zur Infektionsserologie mit ASI

Infektionsdiagnostik
G-BA streicht Screening auf asymptomatische Bakteriurie im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien 27.06.2019

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat folgende wichtige Änderung der Mutterschafts-Richtlinien beschlossen: Eine regelhafte Urinuntersuchung auf asymptomatische Bakteriurie bei allen Schwangeren wird nicht empfohlen.

weiterlesen

Labor-Rechner

Labor-Rechner für alle wichtigen Formeln und Einheiten.

 

Zu den Rechnern

Laborstandorte der Limbach Gruppe

 

Zum Laborfinder

Arbeiten in der Limbach Gruppe

 

 

Zu den Stellenangeboten