Infektionsdiagnostik

Coronavirus (SARS-CoV-2)

Am 31.12.2019 haben die Behörden in China (Wuhan, Provinz Hubei) eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache gemeldet. Nach Angaben der WHO wurde das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 als Ursache identifiziert. Das Virus verursacht die Erkrankung COVID-19 (Corona virus disease 2019) und ist Auslöser der Coronavirus-Pandemie 2019/2020, die von der WHO global mit sehr hohem Risiko eingestuft wurde.

Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an.

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Diese Gefährdung variiert von Region zu Region.

Die erforderlichen Maßnahmen werden kontinuierlich an den Stand der Kenntnisse angepasst. Die aktuellen Informationen finden Sie auf der Homepage das RKI:
RKI

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Empfehlungen zum Umgang mit Patienten, bei denen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) vorliegen könnte.
Information für Patienten

Testkriterien (Robert-Koch-Institut):

Eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden bei:

  1. Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/ oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn (ALLE Patienten, unabhängig von Risikofaktoren).
  2. Patienten mit Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome.
  3. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/ Krankenhaus.

Für Baden-Württemberg:

Nach einem Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg vom 27.4.2020 können unter bestimmten Voraussetzungen auch (asymptomatische) Patienten auf SARS-CoV-2 untersucht werden, die nicht unter die o.g. Testkriterien des Robert-Koch-Institut fallen.
Genauere Hinweise siehe:

https://www.kvbawue.de/kvbw/aktuelles/news-artikel/news/landesregierung-beschliesst-corona-testungen-fuer-asymptomatische-personengruppen/

Meldepflicht:

Dem Gesundheitsamt muss der Verdacht auf eine Erkrankung, die Erkrankung, sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit dem neuartigen SARS-CoV-2 durch den behandelnden Arzt gemeldet (§6) werden. Die Erkrankung ist auch dann zu melden, wenn der Verdacht bereits gemeldet wurde. Die Meldung des Verdachts auf eine Erkrankung hat nur zu erfolgen, falls der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild, als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist (siehe Falldefinition). Das Labor ist unabhängig davon verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis des SARS-CoV-2 namentlichen an das Gesundheitsamt zu melden.

Empfehlungen des RKI zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Empfehlung_Meldung.html

Hinweise zur Diagnostik

Die labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigem Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt mittels PCR-Nachweissystem. Es sollten je nach klinischer Situation und Möglichkeit der Probengewinnung (intubierter Patient, Bronchoskopie, Sputumproduktion) möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.

Obere Atemwege:

  • Oropharynx-Abstrich
  • Nasopharynx-Abstrich (Achtung: reine Nasenabstriche sind nicht geeignet!)

Tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert; Arbeitsschutz beachten)
  • Trachealsekret

Abstrichtupfer:
Kein Abstrichtupfer mit Gel-Medium!
Bitte Abstrichtupfer der Ihnen von uns für die Untersuchung für SARS-CoV-2 zur Verfügung gestellt wird (verschiedene Hersteller) verwenden. Falls nicht verfügbar: trockenen Abstrichtupfer verwenden.

Info zum Einsatz und zur Beschaffung von Abstrichen

Die Untersuchungsdauer konnte in den letzten Wochen deutlich verkürzt werden und liegt derzeit unter 24 Stunden. Bei unvorhersehbaren Lieferengpässen in der Reagenzienversorgung kann es ggf. auch zu kurzfristigen Verzögerungen kommen. Alle Befundergebnisse werden Ihnen gefaxt, die positiven werden zusätzlich telefoniert. Bitte geben Sie Ihre Telefonnummer auf dem Einsendeschein an.

Zusätzlich zur Diagnostik auf Coronavirus SARS-CoV-2 sollte an die Abklärung der wichtigen Differenzialdiagnosen gedacht werden (InfluenzaA/B PCR oder Multiplex-PCR auf respiratorische Erreger). Für die Untersuchung auf andere Erreger als SARS-CoV-2 bitte eine separate Probe einsenden.

Eine Abrechnung der SARS-CoV-2 Diagnostik als kassenärztliche Leistung ist nur bei Patienten möglich, die der Falldefinition des RKIs entsprechen (Sonderregelung für Baden-Württemberg siehe oben).

Umgang mit Probenmaterialien, Verpackung und Versand

Klinische Proben von Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen als solche gekennzeichnet sein und sollten getrennt verpackt und versandt werden. 

Probe bis zum Versand möglichst gekühlt lagern. Der Versand kann mit dem Transportportdienst des Labors unter Standardbedingungen erfolgen. Proben die nicht mit dem vom Labor organisierten Probentransportdienst verschickt werden, müssen entsprechend den Vorgaben des RKIs verpackt und versendet werden. 

Bitte verwenden Sie den Transportbegleitschein für die Untersuchung.

Präventionsmaßnahmen:

Bei Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch das SARS-CoV-2 – Verdachtsfälle - wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention, der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen:

  • Patienten müssen außerhalb des Isolierzimmers einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz mit korrektem Sitz, tragen.
  • Die Unterbringung der Patienten erfolgt in Einzelzimmern (möglichst mit eigener Nasszelle), ggf. erfolgt Kohortenisolierung.
  • Das Personal verwendet FFP2 Masken, Schutzkleidung, Schutzbrille und Handschuhe
  • Konsequente Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Handelt es sich um einen wahrscheinlichen Fall, oder eine mittels Labordiagnostik bestätigte Infektion, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Isolierung in einem Zimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion
  • Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, dicht anliegender Atemschutzmaske (FFP2 bzw. FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen, z.B. bei Bronchoskopie oder anderen Tätigkeiten, bei denen Aerosole entstehen können) und Schutzbrille
  • Risiken durch raumlufttechnische Anlagen, durch die eine Verbreitung des Erregers in Aerosolen auf andere Räume möglich ist, sind vor Ort zu bewerten und zu minimieren

Für weitere Informationen können Sie uns telefonisch unter: 06221 / 34 32 - 300 oder - 125 erreichen.

Stand: 01.07.2020

Aktuelles

Corona-Probenentnahme und -Testung vor Ort in unserem Labor 31.07.2020

Wir bieten Ihnen ab sofort zusätzlich zur Testung auch die Probenentnahme vor Ort in unserem Labor in Heidelberg an. Dieser Service ist besonders für Reisende vor Antritt der Reise oder nach Rückkehr gedacht. Grundsätzlich untersuchen wir nur symptomlose Träger. Falls Sie entsprechende Krankheitssymptome haben (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen, und / oder Geruchs- und Geschmacksverlust) wenden Sie sich bitte zunächst an Ihren Hausarzt oder eine Corona-Ambulanz.

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Update: neues Formular für Corona-Tests mit QR-Code 14.07.2020

Das neue Formular zur Veranlassung von Corona-Tests ist fertig und steht demnächst zur Anwendung in den Praxen bereit. Es enthält einen QR-Code, mit dem getestete Personen ihr Ergebnis online einsehen und bei einer bestätigten Infektion in der Corona-Warn-App freischalten können.

Infos der KBV:

https://www.kbv.de/html/1150_46778.php
KBV-Vorgaben zu Tests des ÖGD nach der Rechtsverordnung

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Sicherheit für Ihre Patienten: SARS-CoV-2-PCR-Testergebnis jetzt online 02.07.2020

In Zeiten der Corona-Pandemie benötigen Sie als ärztliche Kolleginnen und Kollegen eine schnelle und zuverlässige Befundübermittlung. Dies ist auch für Ihre Patienten und Patientinnen von größtem Interesse und aufgrund der Sorge über die ausstehenden Testergebnisse und der damit verbundenen Ungewissheit erreichen Sie täglich sicherlich zahlreiche Anrufe mit der Nachfrage, ob der Befund bereits vorliegt.

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