Infektionsdiagnostik

Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2)

Am 31.12.2019 haben die Behörden in China (Wuhan, Provinz Hubei) eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache gemeldet. Nach Angaben der WHO wurde das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 als Ursache identifiziert. Das Virus verursacht die Erkrankung COVID-19 (Corona virus disease 2019) und ist Auslöser der Coronavirus-Pandemie 2019/2020, die von der WHO global mit sehr hohem Risiko eingestuft wurde.

Aufgrund der raschen Veränderungen bei den zu berücksichtigenden Risikogebieten und der teilweise fehlenden Rückverfolgbarkeit der Infektionsketten ist eine frühzeitige Erkennung einer Infektion über die Abklärung von begründeten Verdachtsfällen mit Reise- und Kontaktanamnese hinaus nun auch bei Zeichen einer Viruspneumonie unklarer Ursache frühzeitig einzubeziehen. Das Ziel der Maßnahmen ist, die weitere Verbreitung des Virus bestmöglich einzudämmen.

Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an.

Die erforderlichen Maßnahmen werden kontinuierlich an den Stand der Kenntnisse angepasst. Die aktuellen Informationen finden Sie auf der Homepage das RKI:
RKI

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Empfehlungen zum Umgang mit Patienten, bei denen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) vorliegen könnte.
Information für Patienten

Falldefinitionen:

Eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 muss durchgeführt werden bei:

  1. Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere (Fieber, Husten, Atemnot) UND Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.
  2. Patienten mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern.
  3. Patienten mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie ohne Alternativdiagnose UND kein Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall.
  4. Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere UND kein Kontakt zu bestätigtem COVID-19 Fall,
    1. dafür Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus;
    2. oder Zugehörigkeit zu Risikogruppe;
    3. oder ohne bekannte Risikofaktoren (COVID-19 Diagnostik nur bei hinreichender Testkapazität).

Meldepflicht

Dem Gesundheitsamt muss der Verdacht auf eine Erkrankung, die Erkrankung, sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion mit dem neuartigen SARS-CoV-2 durch den behandelnden Arzt gemeldet (§6) werden. Die Erkrankung ist auch dann zu melden, wenn der Verdacht bereits gemeldet wurde. Die Meldung des Verdachts auf eine Erkrankung hat nur zu erfolgen, falls der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild, als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist (siehe Falldefinition). Das Labor ist unabhängig davon verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis des SARS-CoV-2 namentlichen an das Gesundheitsamt zu melden.

Empfehlungen des RKI zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Empfehlung_Meldung.html

Hinweise zur Diagnostik

Die labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigem Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt mittels PCR-Nachweissystem. Es sollten je nach klinischer Situation und Möglichkeit der Probengewinnung (intubierter Patient, Bronchoskopie, Sputumproduktion) möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.

Obere Atemwege:

  • Oropharynx-Abstrich
  • Nasopharynx-Abstrich (Achtung: reine Nasenabstriche sind nicht geeignet!)

Tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert; Arbeitsschutz beachten)
  • Trachealsekret

Abstrichtupfer:
Kein Abstrichtupfer mit Gel-Medium!
Bitte Abstrichtupfer der Ihnen von uns für die Untersuchung für SARS-CoV-2 zur Verfügung gestellt wird (verschiedene Hersteller) verwenden. Falls nicht verfügbar: trockenen Abstrichtupfer verwenden.

Info zum Einsatz und zur Beschaffung von Abstrichen

Aufgrund des erhöhten Probenaufkommens ist unter Umständen mit einer verlängerten Untersuchungsdauer von 24 (- 48) Stunden zu rechnen. Da es aktuell zu Lieferengpässen in der Reagenzienversorgung kommt kann es auch ggf. länger dauern. Alle Befundergebnisse werden Ihnen gefaxt, die positiven werden zusätzlich telefoniert. Bitte geben Sie Ihre Telefonnummer auf dem Einsendeschein an.

Zusätzlich zur Diagnostik auf Coronavirus SARS-CoV-2 sollte an die Abklärung der wichtigen Differenzialdiagnosen gedacht werden (InfluenzaA/B PCR oder Multiplex-PCR auf respiratorische Erreger). Für die Untersuchung auf andere Erreger als SARS-CoV-2 bitte eine separate Probe einsenden.

Eine Abrechnung der SARS-CoV-2 Diagnostik als kassenärztliche Leistung ist nur bei Patienten möglich, die der Falldefinition des RKIs entsprechen.

Umgang mit Probenmaterialien, Verpackung und Versand

Klinische Proben von Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen als solche gekennzeichnet sein und sollten getrennt verpackt und versandt werden. 

Probe bis zum Versand möglichst gekühlt lagern. Der Versand kann mit dem Transportportdienst des Labors unter Standardbedingungen erfolgen. Proben die nicht mit dem vom Labor organisierten Probentransportdienst verschickt werden, müssen entsprechend den Vorgaben des RKIs verpackt und versendet werden. 

Bitte verwenden Sie den Transportbegleitschein für die Untersuchung.

Präventionsmaßnahmen:

Bei Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch das SARS-CoV-2 – Verdachtsfälle - wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention, der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen:

  • Patienten müssen außerhalb des Isolierzimmers einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz mit korrektem Sitz, tragen.
  • Die Unterbringung der Patienten erfolgt in Einzelzimmern (möglichst mit eigener Nasszelle), ggf. erfolgt Kohortenisolierung.
  • Das Personal verwendet FFP2 Masken, Schutzkleidung, Schutzbrille und Handschuhe
  • Konsequente Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Handelt es sich um einen wahrscheinlichen Fall, oder eine mittels Labordiagnostik bestätigte Infektion, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Isolierung in einem Zimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion
  • Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, dicht anliegender Atemschutzmaske (FFP2 bzw. FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen, z.B. bei Bronchoskopie oder anderen Tätigkeiten, bei denen Aerosole entstehen können) und Schutzbrille
  • Risiken durch raumlufttechnische Anlagen, durch die eine Verbreitung des Erregers in Aerosolen auf andere Räume möglich ist, sind vor Ort zu bewerten und zu minimieren

Für weitere Informationen können Sie uns telefonisch unter: 06221 / 34 32 - 300 oder - 125 erreichen.

Stand: 02.04.2020

Aktuelles

SARS-CoV-2 Serologie 02.04.2020

Ab sofort bieten wir einen CE-zertifizierten Test für den Nachweise von IgM und IgG Antikörper gegen SARS-CoV-2 in unserem Labor an. Diese serologische Analytik ist für eine Akutdiagnostik nicht geeignet, da der Körper eine gewisse Zeit (~2 Wochen) benötigt, um Antikörper zu produzieren. Allerdings können sich wertvolle Hinweise ergeben, ob Patienten/Personen bereits Kontakt mit dem SARS-CoV-2 Erreger hatten bzw. eine Infektion durchgemacht haben.

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Infektionsdiagnostik
Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) 02.04.2020

Am 31.12.2019 haben die Behörden in China (Wuhan, Provinz Hubei) eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache gemeldet. Nach Angaben der WHO wurde das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 als Ursache identifiziert. Das Virus verursacht die Erkrankung COVID-19 (Corona virus disease 2019) und ist Auslöser der Coronavirus-Pandemie 2019/2020, die von der WHO global mit sehr hohem Risiko eingestuft wurde.

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Blutentnahme vor Ort 26.03.2020

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie müssen wir leider unseren Service der Vor-Ort-Probenentnahme (Blutentnahme, Gewinnung von Abstrichmaterialien etc.) bis auf Weiteres vollständig einstellen.

Wir hoffen, Ihnen den Service der Vor-Ort-Probenentnahme bald wieder zur Verfügung stellen zu können.

Wir bedauern diese Notwendigkeit der Maßnahme und bitten um Ihr Verständnis.

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