Laborinformationen

Antioxidantien - Diagnostik und Therapiemöglichkeiten

Bei Patienten, die zu den oben genannten Risi­kogruppen zählen, wird empfohlen, zunächst die antioxidative Kapazität und das Malondialdehyd im Blut zu bestimmen. Bei einem niedri­gen AKP-Wert und/oder einem erhöhten Malondialdehyd-Spiegel sollten die Konzentrationen der wichtigsten Antioxidantien direkt bestimmt werden, um den Patienten gezielt durch eine Ernährungsumstellung oder eine Substitution behandeln zu können.

Eine eindeutige Dosisempfehlung für eine prä­ventive und therapeutische Vitaminsubstitution liegt derzeit noch nicht vor. Im allgemeinen werden für gesunde Erwachsene, ohne oxidativen Stress, folgende Dosierungen empfohlen(1,2):

75 - 150 mg/d Vitamin C
15 - 30 mg/d Vitamin E
2 - 4 mg/d ß-Carotin, Lycopene

Diese Mengen sollten nach Möglichkeit durch die Ernährung abgedeckt werden.

Bei erhöhtem Verbrauch an Antioxidantien durch oxidativen Stress liegen die Zufuhrmengen entsprechend höher. Um ausreichend hohe Blutspiegel zu erreichen, ist eine Substitution notwendig. Aufgrund der Unbedenklichkeit höherer Dosen können die Zufuhrmengen auf 200 bis 800 mg Vitamin E und mehrere g/d für Vit­amin C gesteigert werden(6,11,13). Der ADI-Wert (acceptable daily intake) für ß-Carotin liegt bei 5mg/kg Körpergewicht und eine tägliche Zufuhr von ca. 30 mg sind als unbedenklich anzusehen.

Vitamin C wird dann optimal resorbiert, wenn man die Gesamtdosis über den Tag gleichmä­ßig verteilt, empfehlenswert sind daher auch Retardtabletten. Da Vitamin E nur sehr langsam verstoffwechselt wird, genügt hier eine einmali­ge Einnahme am Tag. Wegen der geringen biologischen Verfügbarkeit ist etwa eine 10fache Erhöhung der Vitamin E-Gabe erforderlich, um eine Verdopplung des Vitamin E-Spiegels zu erreichen. Die höchste biologische Aktivität und antioxidative Wirksamkeit besitzt das natürliche Vitamin E (RRR-α-Tocopherol). Die meisten Supplemente bestehen aus dem racemischen Gemisch (D,L-(α-Tocopherol) oder dessen Ester. In Einzelfällen treten bei hohen Dosen in einem Bereich von 800 mg Vitamin E Magen- und Darmbeschwerden auf, die nach Absetzen des Präparates sofort verschwinden(13).

Lediglich bei Anwendung oraler Antikoagulantien und bei Vitamin K-Mangel muss die Therapie mit Vitamin E sorgfältig überwacht werden, da Vitamin E die Wirkung von Antikoagulantien verstärkt. Um eine Übersäuerung des Magens mit Vitamin C zu verhindern, empfiehlt es sich, anstelle von Ascorbinsäure das neutrale Ascorbat einzunehmen. Wenn über einen längeren Zeitraum hinweg Vitamin C in sehr hohen Dosen verabreicht wird, muss auch das Risiko der Oxalatsteinbildung berücksichtigt werden.

Es ist außerdem wichtig die Synergien der einzelnen Antioxidantien zu beachten und in die Therapie mit einzubeziehen. Ein Therapieerfolg ist in der Regel frühestens nach sechs Wochen zu erkennen. Begleitend zu der Behandlung sollten sowohl das Malondialdehyd (falls anfangs erhöht), als auch der AKP-Wert bzw. die einzelnen Antioxidantien kontrolliert werden. In Verbindung mit einer Therapie sollten nach Möglichkeit die Ursachen für einen erhöhten Antioxidantienverbrauch bzw. einen relativen Mangel abgeklärt bzw. reduziert werden.

Hinweis:

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Literatur: