Laborinformationen

Neuer Parameter: Asymmetrisches Dimethylarginin (ADMA)

Endogene Inhibitoren der NO-Synthase und kardiovaskuläres Risiko

Von Stickstoffmonoxid (NO) ist bekannt, dass es in den Blutgefäßen eine gefäßerweiternde Wirkung hat, und auch in anderen Bereichen Gefäßverschlüssen vorbeugt (es hemmt die Adhäsion und Aggregation von Thrombozyten; die Adhäsion und Migration von Monozyten, und es hemmt Zellproliferation und Radikalbildung in der Gefäßwand).

Eine verminderte Wirkung von NO kann daher zu arteriosklerotischen Gefäßveränderungen führen.

Durch Gaben von L-Arginin können diese wieder zurückgedrängt werden, da aus Arginin das Stickstoffmonoxid im Organismus hergestellt wird.

Inhibitoren der NO-Synthese stellen methylierte Derivate von Arginin dar, die wie etwa Nγ-Monomethyl-L-Arginin (L-NMMA), symmetrisches Stickstoffmonoxid und asymmetrisches Dimethylarginin (ADMA) ebenfalls im Organismus vorkommen. Allerdings liegt ihre Konzentration deutlich niedriger, bei ca. 1 - 5% des L-Argininspiegels.

In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass sowohl ADMA als auch L-NMMA eine starke inhibitorische Wirkung aufweisen, wobei ADMA in deutlich höherer Konzentration vorkommt als L-NMMA.

ADMA wird renal eliminiert und durch das Enzym Dimethylarginin-Dimethylaminohydrolase (DDAH) metabolisiert. Vor allem bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion aber auch verschiedenen anderen Erkran-kungen (Hypercholesterinämie, Hyperhomocysteinämie, Typ2-Diabetes, Rauchern) steigen die ADMA-Werte, u.a. durch Hemmung der DDAH signifikant bis auf ein Mehrfaches an. Der Einfluss des ADMA bei der Präeklampsie ist noch ungeklärt. Durch die Gabe von L-Arginin, Behandlung der Niereninsuffizienz und der Hyperglykämie lassen sich die ADMA-Werte und damit das kardiovaskuläre Risiko signifikant senken.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Möglichkeit der Behandlung eines erhöhten ADMA-Wertes durch Gabe von L-Arginin, da dadurch in verschiedenen Fällen die Gefäßschädingungen reversibel wurden.

Referenzbereich:

Kontrollkollektiv < 2 µmol/l
Patienten mit primärer Nierenerkrankung und normaler Inulin-Clearance (GFR 120 +/- 14 ml/min/1,73m2) < 3,3 – 4,7 µmol/l
Patienten mit mäßiggradigem oder fortgeschrittenen Nierenversagen 3,2 – 4,4 µmol/l
Patienten mit terminalem Nierenversagen 3,5 – 5,9 µmol/l

Material: 0,5 ml Serum tiefgefroren

Literatur:

J Am Soc Nephrol 13:170-176, 2002
Lancet 358: 2113-2117, 2001