Laborinformationen

Cystatin C: Sensitiver endogener Marker der glomerulären Filtrationsrate (GFR)

Diagnostische Bedeutung

Cystatin C ist ein Cystein-Protease-Inhibitor mit einem Molekulargewicht von 13 kD, der sich durch eine konstante Bildungsrate auszeichnet. Es wird frei von der gesunden Niere filtriert, tubulär rückresorbiert und abgebaut. Die Serumkonzentration hängt ausschließlich von der glomerulären Filtrationsleistung der Niere ab.

Von den nicht-invasiven Verfahren hat Cystatin C die höchste diagnostische Sensitivität, eine reduzierte GFR anzuzeigen - auch im sogenannten "kreatininblindenden" Bereich.

Die Cystatin C-Konzentration wird auch nicht durch Entzündungen, konsumierende Erkrankungen oder Muskelmasse beeinflußt.

Die Cystatin C-Bestimmung erlaubt auch die Erfassung geringer (bis ca. 50%) Einschränkungen der Nierenfunktion, die noch zu keinem Anstieg der Kreatininkonzentration im Serum führen.

Im Vergleich zur Kreatinin-Clearance ist die Bestimmung nicht von der Urinsammlung abhängig, die häufig präanalytische Fehler und Fehlinterpretationen von Clearance-Werten verursacht. Damit ist die Aussagekraft der Methode besser und erlaubt vor allem problemlos und zuverlässig ambulante Kontrollen.

Mögliche Indikationen:

  • Verlaufskontrollen bei Nierenerkrankungen
  • Verlaufskontrollen nach Nierentransplantation
  • Frühdiagnose einer Nierenerkrankung, z. bei Diabetikern gemeinsam mit der Albuminurie
  • Unter Zytostatikatherapie zur Dosisanpassung von renal eliminierbaren Medikamenten

Material: Serum, 1 - 2 ml

Normbereich: < 0,96 mg/l

EDV-Nr.: 3165

Ansprechpartner: Dr. Bartel, Tel. 0 62 21 / 34 32 - 137