Laborinformationen

Diagnostik Peritonealdialyse-assoziierter Peritonitiden im Labor

Diese Zusammenstellung der Labordiagnostik Peritoneal Dialyse (PD)-assoziierter Peritonitiden basiert im Wesentlichen auf den 2010 publizierten Leitlinien/Empfehlungen der International Society for Peritoneal Dialysis (ISPD) (5). Einige weitere Literaturstellen sind berücksichtigt worden (1, 2, 3, 4, 6, 7). Die Zusammenstellung umfaßt sowohl die „continuous ambulatory peritoneal dialysis“ (CAPD) als auch die „automated peritoneal dialysis“ (APD). Auf folgende Parameter wird eingegangen: Zellzählung, Gram-Präparat, Materialabname für die bakteriologische Diagnostik, Verarbeitung im Labor.

Zellzählung

Die meisten Patienten mit einer PD- assoziierten Peritonitis weisen ein trübes Dialysat auf. Eine Zellzahl ≥100 mit mindestens einem Anteil von 50% Granulozyten ist dringend verdächtig auf eine Peritonitis. Hierbei ist der Prozentsatz der Granulozyten aussagekräftiger als die absolute Zellzahl. Andere Differentialdiagnosen sollten aber trotzdem in die Überlegung mit einbezogen werden (z.B Chemische Peritonitis, Eosinophile Peritonitis). Im Labor Limbach wird mittels Flowzytometrie die Zellzahl im Dialysat und der prozentuale Anteil von Granulozyten, Lymphozyten und Makrophagen untersucht. Für diese Methode sind vitale Zellen erforderlich, d.h. die Probe darf nicht älter als 48h sein. Eine Untersuchung auf eosinophile Zellen muss auf dem Überweisungsschein extra angefordert werden, hier wird dann nach Zentrifugation mittels Cytospin-Zentrifuge und Anfärbung eine mikroskopische Zellzählung durchgeführt. Für die Zellzählung benötigt das Labor ca. 5-10ml Dialysat in einem separaten Röhrchen ohne weitere Zusätze.

Gram-Präparat

Wegen der geringen Anzahl der Bakterien im Dialysat liegt die Sensitivität des Gram-Präparats zwischen 10 und 50% (3, 5). Trotzdem sollte unter Umständen ein Gram-Präparat durchgeführt werden, da bei bestimmten Konstellationen (z. B. Pilz-Peritonitis) hierdurch beim mikroskopischen Nachweis von Pilzen eine spezifische Therapie frühzeitig initiiert werden kann (4, 5).

Materialabnahme für die kulturelle Diagnostik

Optimale Methode nach ISPD: 50 ml Dialysat wird bei 3000g für 15 min zentrifugiert, das Sediment wird in 3-5 ml steriler Kochsalzlösung resuspendiert und damit zwei Blutkulturmedien und feste Nährmedien beimpft. Mit dieser Methode bleiben ca. 5% der Proben Kultur negativ (2, 5, 6). Für diese Methode können zwei Sputumröhrchen , die je 30 ml fassen, ins Labor eingeschickt werden. Falls gewünscht, kann die Zentrifugation und das Beimpfen der Blutkulturen auch vor Ort durchgeführt werden.

Alternative Methode (ISPD): Beimpfen von zwei Blutkulturen mit jeweils 10 ml Dialysat. Hierbei sind nach ISPD etwa 20% der Proben Kultur negativ (3, 5).

In alle Untersuchungen wurde übereinstimmend festgestellt, dass die Inokulation der Blutkulturen die Diagnostik mit der höchsten Sensitivität darstellt (1, 2, 3, 5, 6, 7). Manche Autoren sehen im Gegensatz zur ISPD keinen wesentlichen Unterschied der beiden oben genannten Inokulationsmethoden (Inokulation nach Zentrifugation oder direkte Beimpfung) bezüglich der Positiv-Rate (3). Bei den schnellwachsenden Bakterien ist die Blutkultur in der Regel innerhalb von 24 h positiv. Die anschließende Identifizierung kann mittels MALDI TOF (Matrix-assisted laser desorption ionization time-of-flight) am gleichen Tag erfolgen, das Antibiogramm benötigt zusätzlich ein bis zwei Tage. Die Gesamtbebrütungsdauer beträgt aufgrund der auch häufiger vorkommenden seltenen Erreger insgesamt sieben Tage.

Zusammenfassung

Zellzählung

5-10 ml Dialysat in einem separaten Röhrchen ohne weitere Zusätze. Lagerung bei Raumtemperatur. Versand in separater roter Tüte mit eigenem Überweisungsschein.

Bakterielle Kultur

Optimal 50 ml Dialysat verteilt auf zwei Sputumröhrchen oder Alternative je 10 ml verteilt auf eine aerobe und anaerobe Blutkulturflasche. Lagerung des Nativmaterials bei Raumtemperatur. Lagerung der Blutkulturen bis 48h bei Raumtemperatur. Bei verzögertem Transport (>48h, Herstellerangaben) Inkubation im Brutschrank (falls vorhanden), dies soll auf dem Überweisungsschein vermerkt werden. Versand in separater roter Tüte mit eigenem Überweisungsschein.

Gram-Präparat

Präparat aus dem Dialysat im Sputumröhrchen oder 5-10 ml in einem separaten Röhrchen, wenn nur Blutkulturen eingesandt werden. Lagerung bei Raumtemperatur. Versand in der Tüte mit der bakteriellen Kultur.

Überweisungsscheine

Bitte geben Sie folgende Daten an:

  • Verdachtsdiagnose
  • Materialbezeichnung: , CAPD- oder APD-Dialysat (nicht nur Dialysat, da Verwechslung mit Hygiene-Proben möglich)
  • gewünschte Untersuchungsparameter

Literatur:

  • Alfa MJ et al. 1997.Improved detection of bacterial growth in continuous ambulatory peritoneal dialysis effluent by use of BacT/Atert FAN bottles. J Clin Microbiol 35: 862-6
  • Benns JS et al. 2002. Preventing bacterial infection and antimicrobial resistance in dialysis patients. Am J Kid Dis 40: 886-98
  • Graevenitz A et al. 1992. Microbiological aspects of peritonitis associated with continuous ambulatory peritoneal dialysis. Clin Microbiol Rev 5: 36-48
  • Matuszkiewicz-Rowinska J. 2009. Update on fungal peritonitis and its treatment. Perit Dial Int 29: 161-5
  • Piraino P et al. 2005. ISPD guidelines/recommendations. Perit Dial Int 25: 107-31
  • Sewell DL et al. 1990. Comparison of large volume culture to other methods for isolation of microorganisms from dialysate. Perit Dial Int 10: 49-52
  • Yoon SH et al. 2010. Detecting bacterial growth in continuous ambulatory peritoneal dialysis effluent using two culture methods. Korean J Intern Med 25: 82-5

Stand: März 2013