Laborinformationen

FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung)-Diagnostik

Die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) stellt ein Verfahren dar, mit dem ganze Chromosomen bis hin zu kleinsten chromosomalen Abschnitten farbig dargestellt werden können. Es werden hierzu spezifische, mit Fluoreszenzfarbstoffen markierte DNA-Proben an bestimmte Zielsequenzen (z.B. an das Chromosom Nr. 21) gebunden. Im Zellkern stellt sich so z.B. eine Trisomie 21 in Form von drei deutlich fluoreszierenden Signalen dar.

Im Bereich der Zytogenetik wird der FISH-Diagnostik in den letzten Jahren steigende Bedeutung beigemessen, da sie eine hilfreiche Ergänzung zu konventionellen Methoden der Zytogenetik darstellt.

Im folgenden werden einige Einsatzbereiche genannt:

Pränataldiagnostik:

In der Pränataldiagnostik ermöglicht die FISH-Technik eine schnelle Abklärung numerischer Chromosomenanomalien, z.B. der Trisomie 21, 18, 13 oder der Geschlechtschromosomen X/Y Die Untersuchung wird mittels spezifischer DNA-Sonden auf unkultivierte Fruchtwasserzellen durchgeführt, was die Untersuchungsdauer auf ca. 3 Tage verkürzt. Dieser "Schnelltest" ersetzt nicht die konventionelle Chromosomenanalyse nach Langzeitkultivierung, die in jedem Fall zur Ermittlung des gesamten Karyotyps und somit der auch seltener vorkommenden chromosomalen Aberrationen parallel durchgeführt wird. Dieses zytogenetische Ergebnis kann in der Regel nach ca. 14 Tagen mitgeteilt werden.

Postnataldiagnostik:

Bei unklaren chromosomalen Translokationen läßt sich ein sogenanntes "chromosome painting" durchführen. Wie der Name vermuten lässt, werden hierbei ganze Chromosomenpaare spezifisch mit Fluoreszenzfarbstoffen" angemalt", so dass die Herkunft unklarer Chromosomenabschnitte geklärt werden kann. Bei fraglichen zytogenetischen Ergebnissen in der Pränataldiagnostik kommt diese Technik ebenso dort zum Einsatz.

Eine weitere, wesentliche Ergänzung zur Zytogenetik stellt die FISH-Diagnostik bei der Untersuchung von Mikrodeletions-Syndromen dar. Kleinste Chromosomenabschnitte können hiermit markiert und dadurch Deletionen sicher erkannt werden. Die Angabe einer möglichst präzisen Indikation ist hierbei unbedingte Voraussetzung, so dass die jeweils geeignete DNA-Sonde eingesetzt werden kann.

Tumorzytogenetik:

Die spontane Teilungsaktivität leukämischer Zellen ist in vitro nicht in jedem Fall für eine zytogenetische Untersuchung ausreichend. Insbesondere unter Therapien mit Interferon-alpha (IFN-α) bei CML wird die Anwendung konventioneller zytogenetischer Methoden häufig begrenzt durch eine geringe Anzahl verfügbarer Metaphasen. Eine prozentuale Aussage über den Rückgang Philadelphia-positiver Zellen stellt jedoch für die Bewertung des Therapieerfolgs einen wichtigen Parameter dar.

Die FISH-Diagnostik ermöglicht z.B. den Nachweis der Translokation 9/22 (Philadelphia-Chromosom) direkt im Zellkern, so dass eine spontane Teilungsaktivität und somit der Gewinn von Metaphasen für eine Beurteilung nicht unbedingte Voraussetzung sind. Weiterhin steht zur Bewertung eine genügende Anzahl an Zellen zur Verfügung, so dass bei Verlaufskontrollen ein aussagekräftiger, prozentualer Wert ermittelt werden kann.