Laborinformationen

JAK2-Mutation bei Polycythaemia vera (PV), essentieller Thrombozythämie (ET) und chronisch idiopathischer Myelofibrose (IMF)

Eine erworbene Punktmutation (V617F) im Gen der Janus-Kinase 2 (JAK2 = signalübermittelnde, cytoplasmatische Tyrosinkinase) lässt sich bei über 90-95 % der Patienten mit PV und ca. 50-60 % der Patienten mit chronisch idiopathischer Myelofibrose oder essentieller Thrombozythämie nachweisen.
Daher ist diese JAK2-V617F-Punktmutation ein wichtiger Marker für die Diagnose der Philadelphia-negativen, chronisch myeloproliferativen Erkrankungen. Nach dem Ausschluß einer BCR/ABL-Translokation (Philadelphia-Chromosom) wird eine JAK2-Mutationsanalyse, sowie eine weiterführende Chromosomendiagnostik zum Ausschluß klonaler Aberrationen empfohlen.
Die V617F-Mutation im JAK2-Gen (1849G→T) führt zu einem Austausch der Aminosäuren Valin gegen Phenylalanin, was zu einer Erhöhung der JAK2-Tyrosinkinaseaktivität führt. Letztlich resultiert dies in einer gesteigerten Teilungsrate bei den betroffenen Zellen.

Probenmaterial: EDTA-/Heparin-Vollblut, Knochenmark
Methode: realtime PCR

Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf Polycythaemia vera, aus: Scott et al.

Literatur:

  • Baxter EJ, Scott LM, Campbell PJ, et al. Acquired mutation of the tyrosine kinase JAK2 in human myeloproliferative disorders. Lancet 2005; 365: 1054-1061.
  • Scott LM, Tong W, Levine RL, et al. JAK2 Exon 12 Mutations in Polycythemia Vera and Idiopathic Erythrocytosis. New Engl J Med 2007; 356:459-468