Laborinformation

MRSA - PCR - Direktnachweis

Durch den MRSA-Direktnachweis mittels PCR wird die Untersuchungsdauer (ca. 2,5 Std.) deutlich gegenüber der konventionellen Kultur (mind. 3 Tage) verkürzt, so dass damit ein Aufnahmescreening bei Patienten mit Risikofaktoren für eine MRSA-Besiedlung erleichtert wird.
Diese sind laut RKI (Epi. Bulletin Nr. 46 v. 12.11.2004):

  • Patienten mit bekannter MRSA-Anamnese
  • Patienten mit Kontakt zu MRSA-Trägern
  • Patienten mit mindestens 2 der folgenden Risikofaktoren: Chronische Pflegebedürftigkeit, liegende Katheter, Dialysepflichtigkeit, Hautulcus / Gangrän /
  • chronische Wunden / tiefe Weichteilinfektionen oder Brandverletzung
  • Patienten aus Regionen / Einrichtungen mit bekannt hoher MRSA-Prävalenz

Empfohlen wird die Abnahme eines Nasen/Rachenabstriches und ggf. eines Wundabstriches.

Seit 2005 führten wir mehrere Studien zur Evaluierung der MRSA-PCR-Direktnachweise GenoType® MRSA Direkt und GenoQuick® MRSA (Hain Lifescience, Nehren, Deutschland) durch (1,2,3). Beteiligt waren 11-17 Kliniken; untersucht wurden Abstriche von Patienten mit Risikofaktoren für eine MRSA-Besiedelung, die bislang MRSA negativ waren. Bei diesen Studien benutzten wir als Zielsequenz das SCCmec-Gen und für S. aureus spezifische Sequenzen. Die Sequenzen wurden von Prof. Witte, Robert Koch Institut, Hain Lifescience und uns entwickelt. Auch der aktuelle Test (GenoQuick MRSA) weist spezifisch MRSA nach, er kann sowohl direkt aus dem Abstrich als auch aus der Anreicherungsbouillon durchgeführt werden. Eine kulturelle Untersuchung der Proben erfolgt nur bei positivem PCR-Ergebnis.

Mit einer modifizierten Variante dieses Testsystems wurde in der aktuellen Studie (Abb. 1) eine sehr gute Sensitivität und Spezifität ermittelt. Durch Verwendung des GenoQuick® MRSA ist das Testergebnis nicht mehr durch Mischkulturen von S. aureus und koagulasenegativen Staphylokokken beeinflussbar. In der Literatur wurden für den Direktnachweis von MRSA ähnliche Ergebnisse dargestellt, hier wurden negativ prädiktive Werte von über 95% und positiv prädiktive Werte von 80-95% ermittelt (4). Damit eignet sich dieses Testverfahren besonders, um ein MRSA- Screening- Programm mit Isolation durchzuführen. Durch die deutlich verkürzte Untersuchungsdauer gegenüber der Kultur reduzieren sich die Kosten der Isolation bei negativem Ergebnis des MRSADirektnachweises deutlich.

Der MRSA-PCR- Direktnachweis ist derzeit nur hinsichtlich des primären Screenings von bisher MRSA negativen Patienten evaluiert. Zur Erfolgskontrolle nach Dekontamination ist er z. Zt. nicht zu empfehlen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Abt. Mikrobiologie

M. Holfelder, A.-M. Fahr, K. Oberdorfer

Literatur: