Laborinformationen

Metallanalyse im Blut bei Gelenk-Prothesen-Trägern

Metall-auf-Metall-Prothesen aus dem Werkstoff Kobalt-Chrom-Molybdän, führen über einen Metallabrieb zu einer messbaren Erhöhung der Blutwerte für Kobalt, Chrom und Molybdän. Auch wenn nach Expertenmeinungen die gemessenen Blutspiegel eher als unbedenklich gelten hat im April 2010 die britische „Medicines and Healthcare products Regulatory Agency“ eine Medizinprodukte-Warnung herausgegeben1). Es habe Berichte gegeben, dass es bei Metall—auf-Metall-Prothesen zu Weichteilreaktionen gekommen sei. Die Behörde empfiehlt als Massnahme die Kontrolle betroffener Patienten durch bildgebende Verfahren und gegebenenfalls Messung der Blutspiegel der Metallionen. In Deutschland plant das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (früher Bundesgesundheitsamt) eine Risikobewertung von Hüftimplantaten.

Erhöhte Metallionen-Konzentrationen bei Patienten mit Metall-auf-Metall-Prothesen sind wahrscheinlich nicht im Sinne einer toxischen Reaktion wirksam. Bei prädisponierten Patienten wird eher eine immunologische Reaktion des Weichteilgewebes diskutiert.

Des weiteren hat die Firma DePuy Orthopaedics Inc., ein führender Anbieter orthopädischer Produkte auf dem Gebiet des künstlichen Gelenkersatzes, im August 2010 eine freiwillige Rückrufaktion aller Implantatkomponenten ihrer ASR™ Plattform gestartet.

Vor diesem Hintergrund kommt es von seiten der Orthopäden, Chirurgen, niedergelassenen Haus- und Fachärzten zur Nachfrage, ob bei ihren Patienten ein erhöhter Metallabrieb der Hüftprothese vorliegt.

Labor Limbach hat sich nach den ersten Publikationen bezügl. Weichteilreaktionen mit der Problematik auseinandergesetzt und die entsprechende Laboranalytik hierfür etabliert.

Erhöhte Blutspiegelwerte für Metalle, klinische Beschwerden und Befunde der Bildgebung können auf eine Metallose hinweisen. Die Therapie sollte mit dem Operateur individuell festgelegt werden.

Messung als Selbstzahlerleistung

Die Bestimmung von Kobalt / Chrom im Blut kann vom Patienten als Wunschleistung angefordert werden und wird als IGeL-Leistung abgerechnet.

Die Bestimmung von Kobalt / Chrom im Blut ist seit 10/2007 bzw. 4/2008 keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie muss als Selbstzahler- oder IGeL-Leistung abgerechnet werden.

Die Laborkosten für die Messung von Kobalt und Chrom belaufen sich auf € 47,80.

Materialmindestens 3 ml LH-Metallanalytik (S-Monovette Metallanalytik; Sarstedt Art. Nr. 01.1604.400)

alternativ: mindestens 3 ml EDTA-Vollblut (z.B. Sarstedt Art. Nr. 03.1068)

Anforderung Nutzen Sie bitte den Einsendeschein "Metallanalyse im Blut bei Gelenk-Endoprothesen-Trägern". Hier herunterladen

Ansprechpartner:
Dr. S. Lorenz 06221-3432-347
Hr. Huber 06221-3432-134