Laborinformationen

Ribavirin-Spiegelbestimmung

Hintergrund

Ribavirin (Rebetol® Copegus® bei RS-Virus: Virazole®) ist seit langem bekannt als Virustatikum, und wird zurzeit verstärkt zusammen mit Interferonderivaten bei der Therapie von Hepatitis C eingesetzt. Der. Es handelt sich um ein Guanosin-Analog, das die die Bildung viraler Proteine durch Hemmung der Verkappung viraler mRNS beeinträchtigt, wobei der genaue Wirkungsmechanismus konnte noch nicht vollständig geklärt werden konnte.

Bei der Therapie der Hepatitis C wird das Ribavirin oral zugeführt und rasch resorbiert. Dennoch zeigt Ribavirin eine hohe pharmakokinetische inter- und intraindividuelle Variabilität (ca. 30 %) die ihre Ursache vermutlich in dem extensiven First-Pass-Metabolismus und dem Transfer innerhalb und außerhalb des Blutkompartimentes hat.

Es ist daher sicher sinnvoll Serum-/Plasmaspiegel zu bestimmen zumal aus der Literatur hervor geht, dass die Erfolgsaussichten einer Viruselimination mit dem Serum-/Plasma- Spiegel korrelieren.

Serum-Ribavirin
[mg/L]
Response-Rate
[%]
0,050-2,0 31,0
2,0-2,5 39,8
2,5-3,0 45,2
3,0-3,5 43,3
3,5-4,0 49,0
>4,0 62,5

Probenmaterial: Serum / EDTA-Plasma hämolysefrei

Messmethode: LC-MSMS (Flüssigchromatographie mit massenselektivem Detektor)

Pharmakokinetische Daten:

o Plasmahalbwertszeit: 79 - 298 Stunden;
o Proteinbindung 0 %;
o Vollblut- / Plasma-Verhältnis: annähernd 60 : 1.

 

Therapeutischer Bereich, Talspiegel:

Vorläufig: 2,5 – 3 mg/l

4 Wochen nach Therapiebeginn sind Spiegel von 3 – 4 mg/l möglich.

Zu den unerwünschten Wirkungen zählt bei Ribavirin die hämolytische Anämie. Neben den Spiegelbestimmung sollte auch regelmäßig das Blutbild kontrolliert und Hämoylseparameter (LDH, Haptoglobin, Retikulozyten) bestimmt werden.

Literatur:
Jen JF et al. Population pharmacokinetic and pharmacodynamic analysis of ribavirin in patients with chronic Hepatitis C. Ther Drug Monit 2000; 22: 555-65.