Laborinformationen

SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) - Update 2004

Erreger: Seit dem 16. April 2003 ist bekannt, dass SARS durch ein neues Coronavirus hervorgerufen wird. Coronaviren bilden eine große Virusfamilie, bisher sind sie beim Menschen besonders als Erreger von banalen Respirationstraktinfekten hervorgetreten.
Größeren Krankheitswert hatten sie bis zur Entdeckung als SARS Erreger bisher nur bei Pat. mit respiratorischen Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD. Die Letalität von SARS steigt mit zunehmendem Lebensalter stark an. Lebensalter <24J: <1%, 25-44 J: 6%, 45-64J: 15%; >65J: >50% (geschätzte Werte der WHO, Stand Mai 2003). Bis zum 23.06.2003 gab es nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 8459 wahrscheinliche SARS-Fälle mit 805 Todesfällen. Ende Juni 2003 sind noch in China und Kanada wahrscheinliche SARS-Fälle mit lokaler Übertragung aufgetreten, daneben gibt es noch vereinzelt wahrscheinliche SARS-Erkrankungen in den USA, Europa, Thailand und Singapore, in diesen Regionen ohne lokale Übertragung. Als Reservoir werden Tiere in der Provinz Guan-Dong in China diskutiert.

Infektionsweg: Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt (Pflegepersonal, ärztliches Personal, Angehörige oder Freunde). Daneben ist auch eine Schmierinfektion denkbar (Nachweis des SARS Erregers in Stuhlproben).
Diskutiert, aber noch nicht bewiesen, sind Übertragungen durch Luft (Aerosole) oder durch Coronavirus enthaltene Abwässer.

Inkubationszeit und Beschwerdebild: Die Inkubationszeit beträgt bis zu 10 Tagen , meist 3-8 Tage. Ein SARS-Verdachtsfall liegt vor bei Fieber > 38°C, respiratorischen Symptomen wie Husten oder Atemnot, oder dem Tod eines Patienten an einer unklaren akuten Atemwegserkrankung (keine Autopsie durchgeführt). Zusätzlich muss ein enger Kontakt mit einem Verdachts- oder wahrscheinlichen Fall von SARS oder ein Aufenthalt in einer Region mit lokalen Übertragungen von SARS innerhalb der letzten 10 Tage bestanden haben. Ein wahrscheinlicher SARS Fall liegt vor, wenn außerdem röntgenologisch Hinweis auf eine Pneumonie besteht oder eine ungeklärte Atemwegserkrankung mit Todesfolge und gesichertem Akuten Atemnot-syndrom (ARDS) vorliegt oder ein positiver Coronavirus Nachweis besteht.
Weiterhin können auch allgemeine Krankheitssymptome wie Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen sowie Appetitlosigkeit auftreten. Besonders bei Patienten über 65 J kommt es zu atypischen Verläufen ohne Fieber mit Durchfall oder Leberstörungen.

Diagnostik: Das Virus wird zunächst über die Atemwege freigesetzt, im Verlauf der Erkrankung wird es auch über den Stuhl ausgeschieden. Eine nachweisbare Immunantwort liegt ungefähr ab dem 10. – 15. Krankheitstag vor.
Geeignete Materialien für eine SARS-Diagnostik: provoziertes Sputum, bronchoalveoläre Lavage, tiefe Rachenabstriche, Nasopharynxaspirat, Rachenspülwasser, Stuhlproben. Mund und Nasenabstriche sind nicht zu empfehlen. Grundsätzlich sind 2 Proben zu entnehmen. Bei der Materialabnahme Mundschutz FFP 3, Schutzbrille, Schutzkittel tragen.

Das Labor Limbach bietet zur Diagnostik bei klinischem Verdacht auf SARS den Nachweis des SARS assoziierten Coronavirus mittels PCR und den Antigen Schnelltest zum Nachweis von Respiratory Syncytial Virus (RSV) und Influenza A + B Virus an. Diese Diagnostik wird in unserem L 3 Sicherheitslabor durchgeführt.

Therapie: Bislang unspezifisch, ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung!
Als Desinfektionsmittel können Mittel, die gegen lipophile Viren aktiv sind, verwendet werden.

Probentransport
Generell gelten für den nicht gezielten Umgang mit medizinischem Untersuchungsgut, entsprechend dem von ihm ausgehenden Infektionsrisiko, die Richtlinien (TRBA 100-Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen).

Betroffen sind alle an der Beförderung beteiligten Personen (Absender, Verpacker, Verlader, Fahrzeugführer, Empfänger).

Wir empfehlen folgendes Vorgehen:

- Ausschluss-Diagnostik (keine Verdachtszuordnung) und SARS-Verdachtsfall (begründeter ärztlicher Verdacht):

Diese Proben sind der UN 3373 (DIAGNOSTISCHE PROBEN) zuzuordnen und nach der entsprechenden Verpackungsvorschrift P 650 (zusammengesetzte Verpackung) zu verpacken und nach den aktuellen Vorschriften (ADR 2005/Straße, IATA-DGR/Luft) zu befördern!

Diese Aufträge sind unter den folgenden Tel.-Nr.:06221/3432-125 oder unserer Gefahrguthotline Tel.-Nr.: 06221/3432-111 anzumelden!

Der Postversand ist nach den aktuellen Regelungen der Deutschen Post AG (Stand Oktober 2005) nicht erlaubt!

Informationen zu SARS sowie die Anmeldung von SARS-Proben unter der Tel: Labor Limbach 06221/3432-125

Ansprechpartner im Labor Limbach:

Dr. A.-M. Fahr (06221-34 32 125),

Dr. A. Turnwald-Maschler (06221-34 32 262),

Dr. M. Holfelder (06221-34 32 324),

Dr. J. Bartel (06221- 34 32 137).

Die jeweils aktuelle Situation bezüglich SARS kann unter folgenden Links abgefragt werden: www.rki.de ; www.bni-hamburg.de; www.who.int/en.