Dickkopf 3 (DKK3)

Neuer Biomarker einer progredienten chronischen Nierenschädigung

Dickkopf 3 ist ein neuer Biomarker zur Diagnose einer progredienten tubulointerstitiellen Fibrose. DKK3 wird von gestressten Tubuluszellen in den Urin freigesetzt. Der neue Biomarker liefert eine Aussage über das Fortschreiten einer tubulointerstitiellen Fibrose und ist ein unabhängiger Indikator für den Nierenfunktionsverlust. Der neu entwickelte DKK3-ELISA ermöglicht die Erkennung einer chronisch fortschreitenden Nierenvernarbung mit einer einfachen Bestimmung von DKK3 im Urin. Sie eignet sich deshalb hervorragend als Zusatzinformation zur GFR, einem etablierten Parameter der Nierenfunktion, um den individuellen Verlauf einer chronischen Nierenschädigung besser abzuschätzen. Bei einem negativen Ergebnis (DKK3 < 200 pg/mg Kreatinin) liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Progression der chronischen Nierenschädigung vor. Im Falle eines positiven Ergebnisses (DKK3 > 200 pg/mg Kreatinin) liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine progrediente chronische Nierenschädigung vor. Die Interpretation der DKK3-Ergebnisse sollte immer in Verbindung mit der GFR erfolgen.

Befundbeurteilung

Die Interpretation der DKK3-Ergebnisse sollte immer in Verbindung mit der GFR erfolgen.

Negatives Ergebnis
DKK3 < 200 pg/mg KreatininEs Liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Progression der chronischen Nierenschädigung vor.
Positives Ergebnis
DKK3 > 200 pg/mg KreatininMit hoher Wahrscheinlichkeit liegt eine progrediente chronische Nierenschädigung vor. Der jährliche Verlust der GFR korreliert mit der Höhe der DKK3-Konzetration im Urin.
DKK3 > 1.000 pg/mg Kreatinin ist mit einem mittleren jährlichen GFR-Verlust von 2,4 % assoziiert (95 % Konfidenzintervall von -4,6 % bis -0,2 % pro Jahr) im Vergleich zu DKK3-Werten unter 200 pg/mg Kreatinin im Urin.
DKK3 > 4.000 pg/mg Kreatinin ist mit einem mittleren jährlichen GFR-Verlust von 7,6 % assoziiert (95 % Konfidenzintervall von -10,9 % bis -4,2% pro Jahr) im Vergleich zu DKK3-Werten unter 200pg/mg Kreatinin im Urin.
Die Angaben beziehen sich auf eine Analyse von Daten einer Langzeitbeobachtungsstudie an 575 Patienten mit unterschiedlichen Nierenerkrankungen im CKD-Stadium 2-4.

 

Im Oktober 2018 wurden im JASN (Journal of the American Society of Nephrology) die zu Grunde liegenden Daten veröffentlicht. Die Daten beziehen sich auf 4 Kohorten, unter anderem wurde DKK3 an 96 Teilnehmern der STOP-lgAN Studie (Supportive versus Immunosuppressive Therapy for the treatment Of Progressive lgA Nephropathy) evaluiert. Es konnte gezeigt werden, dass DKK3 kurzfristige Veränderungen der GFR (innerhalb der nächsten 6 Monate) bei Patienten mit lgA-Nephropathie voraussagt, auch unter Therapie.­

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Zur JASN Publikation

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DKK3 ist ein unabhängiger Indikator für den Verlauf der Nierenfunktion (GFR) innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate, auch unter Therapie
  • DKK3 wird von gestressten Tubuluszellen in den Urin freigesetzt
  • DKK3 ermöglicht eine einfache Erkennung der Progression einer chronischen Nierenschädigung (hohe oder im Verlauf steigende DKK3 Werte zeigen eine Progression an)

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