Membranöse Glomerulonephritis

Autoantikörper gegen PLA2-Rezeptor und THSD7A

Die membranöse Glomerulonephritis (MGN) ist mit ca. 30 % die Hauptursache des nephrotischen Syndroms beim Erwachsenen und kann zu einer terminalen Niereninsuffizienz führen. Die beiden Autoantikörper PLA2-R-Ak (Phospholipase-A2-Rezeptor-Antikörper) und THSD7-Ak (“thrombospondin type‑1 domain-containing 7 A”-Antikörper) sind spezifisch für eine autoimmune MGN. Mit der Bestimmung dieser Antikörper steht zum ersten Mal ein nicht invasiver Test für die Differenzia­l­diagnostik der MGN zur Verfügung und kann die Entscheidung für oder gegen eine Biopsie unterstützen.

Von besonderer Relevanz ist darüber hinaus die Bedeutung der PLA2-R-Ak für Verlauf und Prognose. Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Proteinurie und der Antikörperkonzentration. Dabei wird ein Rückgang der Antikörper bereits vor Besserung der Eiweißausscheidung beobachtet. Umgekehrt persistieren die Antikörper bei Patienten ohne spontane Remission. Auch wurden Fälle von Transplantierten beschrieben, bei denen diese Antikörper vor einem erneuten Schub im Transplantat wieder nachweisbar wurden. Persistierende Antikörper sind daher ein Hinweis auf ungünstige Verlaufsformen der MGN, die möglicherweise einer immunsuppressiven Therapie bedürfen. 

Im Rahmen einer Studie konnte zudem gezeigt werden, dass die Antikörper das Ansprechen und den Erfolg einer Therapie mit Anti-B-Zell-Agenzien, wie z.B. Rituximab, anzeigen können. 

Indikation

Die folgenden Indikationen sprechen für eine Bestimmung von PLA2-R-Ak und THSD7A-Ak:

  • Diagnose der primären MGN
  • Differenzialdiagnose der primären und sekundären MGN
  • Differenzialdiagnose bei nephrotischem Syndrom
  • Verlaufsparameter zur Einschätzung der Erkrankungsaktivität
  • Therapiekontrolle bei MGN nach NTX zur Früherkennung eines Rezidivs im Transplantat

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