Thyreoglobulin

Wichtiger Marker für die Nachsorge des Schilddrüsenkarzinoms

Thyreoglobulin ist ein wichtiger Marker für die Syntheseleistung der Schilddrüse. Es ist ein Glykoprotein, das in Thyreozyten synthetisiert wird und ein Molekulargewicht von ca. 660 kD aufweist. Erhöhte Thyreoglobulin-Werte finden sich unter anderem bei (vorwiegend) follikulären Schilddrüsenkarzinomen, Struma nodosa, Morbus Basedow, autonomen Adenomen sowie Schilddrüsenentzündungen (z. B. destruierende Thyreoiditiden). Unter physiologischen Bedingungen kommt es bei Schwangeren, Neugeborenen und unter oraler Kontrazeption erhöht vor. Bei Synthesestörungen im Neugeborenenalter ist Thyreoglobulin ebenfalls erhöht. Erniedrigte Werte sind bei Athyreose und Hyperthyreoisis factitia zu finden.

Die Bestimmung ist vor allem in der Nachsorge differenzierter Schilddrüsenkarzinome sinnvoll, da ein Anstieg des Thyreoglobolin-Spiegels Ausdruck eines Rezidivs bzw. einer Metastasierung sein kann. Nach totaler Thyreoidektomie oder Radiojodbehandlung sollte bis zur Bestimmung von Thyreoglobulin mindestens 6 Wochen abgewartet werden, da persistierendes Thyreoglobulin bis zu einigen Monaten nach der Behandlung beobachtet werden konnte.

 

Indikation

Indikationen zur Bestimmung von Thyreoglobulin sind:

  • Postoperative Nachsorge bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen
  • Postoperative Kontrolle nach Thyreoidektomie
  • Effizienzkontrolle nach Radiojodtherapie
  • Neugeborenenhypothyreose
  • Hyperthyreosis factitia

Das Wichtigste auf einen Blick

Thyreoglobulin ist ein wichtiger Marker für die Syntheseleistung der Schilddrüse. Er dient in erster Linie der postoperativen Nachsorge von papillären oder follikulären Schilddrüsenkarzinomen. Messbare Werte nach totaler Thyreoidektomie sind verdächtig auf einen Residualtumor oder Metastasen.

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